Scheidung auf gemeinsames Begehren

Einvernehmliche Scheidungslösungen werden erwiesenermassen von den Beteiligten besser akzeptiert als Urteile und sind deshalb auch dauerhafter. Deswegen favorisiert das Gesetz die Scheidung auf gemeinsames Begehren gegenüber der Scheidung auf Klage. Wenn sich die Eheleute über die Scheidung einig sind, genügt das als Scheidungsgrund. Für die Scheidung kann direkt das Gericht angerufen werden (Art. 198 lit. c ZPO; Art. 285 f. ZPO).

 

Grundsätzlich soll bereits mit dem Scheidungsbegehren eine vollständige Vereinbarung (Konvention) über die Scheidung und deren Folgen eingereicht werden (Art. 111 Abs. 1 ZGB). Falls Ihnen das Aushandeln der Einzelheiten schwer fällt, können Sie sich eine Mediation überlegen. Es ist aber auch möglich, dem Gericht nur eine Teilvereinbarung über den gemeinsamen Scheidungswillen und allenfalls über weitere Fragen einzureichen und den Antrag zu stellen, das Gericht solle über die verbleibenden Fragen entscheiden (Art. 112 ZGB, Art. 286 ZPO).

 

In beiden Fällen hört das Gericht die Parteien zum Scheidungsbegehren und zur Konvention getrennt und gemeinsam an und prüft, ob die vereinbarte Regelung genehmigt werden kann (Art. 111 Abs. 1 und 112 Abs. 2 ZGB). Über streitige Punkte versucht es, eine Einigung zu erzielen.

 

Art. 111 Abs. 2 ZGB verlangt seit dem 1. Februar 2010 nicht mehr die Ansetzung einer zweimonatigen Bedenkfrist für die Bestätigung der Konvention. Das Gericht kann die Scheidung daher aussprechen, sobald eine Einigung erzielt ist und alle nötigen Unterlagen beisammen sind. Nach wie vor prüft es aber, ob die Scheidung und die Vereinbarung über die Folgen auf reiflicher Überlegung der Ehegatten beruhen und ob die Konvention nicht offensichtlich unangemessen ist (Art. 140 Abs. 2 ZGB).