Elterliche Sorge

Die elterliche Sorge (Art. 296 ff. ZGB) ist das Recht und die Pflicht, für das Kind zu entscheiden, wo es das noch nicht selbst kann. Wer die elterliche Sorge innehat, entscheidet über Schul- und Berufswahl, religiöse Erziehung, medizinische Eingriffe usw. Zur elterlichen Sorge gehört auch das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen bzw. mit dem Kind an einen anderen Ort zu ziehen.

 

Am 1. Juli 2014 sind wichtige Gesetzesänderungen zur elterlichen Sorge in Kraft getreten. Verheiratete Eltern haben die elterliche Sorge schon immer gemeinsam ausgeübt. Das soll auch bei unverheirateten oder geschiedenen Eltern zur Regel werden. Bei einer Scheidung ordnet das Gericht die alleinige Sorge eines Elternteils nur noch an, wenn die gemeinsame elterliche Sorge mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren wäre.

 

Bei unverheirateten Eltern regelt die Kindesschutzbehörde (KESB; früher Vormundschaftsbehörde) die Rechte und Pflichten der Eltern. Auch sie kann die alleinige Sorge eines Elternteils nur ausnahmsweise anordnen.

 

Bitte beachten Sie auch das Merkblatt Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall und den Abschnitt über Eltern ohne Sorgerecht.